Differenzierung von Gewaltmotiven


Entstehungsgeschichte


Im Rahmen eines Dissertationsprojektes, wurde untersucht, welche Motive männlichem Gewalthandeln zugrunde liegen und wie diese sich differenzieren lassen. Daraus ist eine wissenschaftlich fundierte Motivdifferenzierung entstanden die für eine Indikation, also für die Auswahl geeigneter Methoden, in der Arbeit mit sehr unterschiedlichen jugendlichen Gewalttätern nützlich sein kann.

 

Die Idee zu dieser Arbeit ist induktiv erwachsen. Die Autorin hat in jahrelanger Arbeit mit „Intensivtätern“ immer wieder festgestellt, dass sich die gewalttätigen Jugendlichen sehr voneinander unterscheiden – in ihrer Herkunft, ihren Belastungen und auch im Hinblick auf die Motive für ihre Tat. So könnte es sein, dass drei Jugendliche ein sehr ähnliches Verbrechen, z. B. eine schwere Körperverletzung begehen und sich dennoch in ihren Absichten deutlich voneinander unterscheiden; der eine Jugendliche schlägt das Opfer, um sein Ziel (z. B. die Herausgabe von Gegenständen) zu erreichen. Ein anderer schlägt zu, weil er auf eine Provokation und empfundene Demütigung reagieren will. Ein dritter Jugendlicher wird gewalttätig, ohne dass das Opfer dabei eine wesentliche Rolle spielt.

 

Die Erfahrung zeigt, dass der Erfolg pädagogischen Handelns häufig davon abhing, ob es gelang, den Klienten/Probanden in seiner Besonderheit zu verstehen und die pädagogische Maßnahme auf ihn abzustimmen. Das ist bislang sehr schwierig, weil allein schon die diagnostischen Möglichkeiten fehlen, um eine "maßgeschneiderte" Interventionsstrategie zu entwickeln.

 

Die Arbeit hat dazu beitragen, die Vielfalt männlicher Gewalttäter zu ordnen und zu analysieren und Anregungen zu einer differentiellen Indikation pädagogischer Methoden zu geben. Eine fachlich besser begründete Entscheidung, welche pädagogische Methode für welchen gewalttätigen Jugendlichen geeignet sein könnte, würde die Wirksamkeit der Programme erhöhen und wäre für die Straftäter, ihre Umwelt und die Pädagog(inn)en ein Erfolg. 

 

Damit auch Sie von den Ergebnissen profitieren können, bieten wir allen Interessierten eine Fortbildung zum Thema. 

 Um zur Dissertation von Dr. Rebecca Friedmann zum Thema zu gelangen, klicken Sie bitte hier. 


Fortbildung zur Differenzierung der gewaltmotive


 

Inhalte

 

  • Wissenschaftliche Hintergründe zu Gewalt

 

  • Einsatz des Fragebogens zur Differenzierung von Gewaltmotiven

 

  • Tipps für die pädagogische Praxis im Umgang mit den verschiedenen Gewalttätern

 

Methoden

 

  • Vortrag mit vielen Praxisbeispielen

 

  • Übungen zur Arbeit mit dem Fragebogen

 

  • Vorstellung (und ggf. Anwendung) von förderlichen Übungen für die unterschiedlichen Gewalttäter

 

  • Anpassung der Forschungsergebnisse auf die Praxis der Teilnehmer(innen)

 

Umfang

 Wochenendseminar (Freitag 15.00 - 19.30 Uhr und Samstag 10.00 - 15.00 Uhr)

 

Termine

Für 2018 stehen zurzeit noch keine Termine fest.

(Termine, auch für Teams, gern auf Anfrage)

 

Kosten

160 Euro pro Person

 

Durchschnittliche Bewertung dieser Veranstaltung durch die Teilnehmenden: 1,44*

*auf einer Skala von 1 (= hervorragend) bis 4 (= unbefriedigend)


Sind Sie interessiert an dieser Fortbildung?